Sonntag, 6. Juli 2014

Gaby wartet im Park---- Kapitel 15 --- Neufassung



Kapitel 15

Am nächsten Morgen wachte Gaby in ihrem Bett wach. Kassandra lag neben ihr und Gaby konnte im Schlaf ihrer Freundin seit langem so etwas wie Frieden finden. Kassandra schien angekommen zu sein. Genau wie Gaby.  Dieses Gefühl gab ihr einen Halt einen sicheren Hafen. Gaby wollte gerade wieder einschlafen als ihr Blick auf ihr Blackberry fiel. Verdammt, sie hatte noch eine Stunde um im Büro zu sein. Schnell sprang sie auf und dabei berührte ihr Po die Bettdecke. Verflixt, das brannte. Kassandra war gestern ja wieder sehr deutlich gewesen. Schnell rieb sie den Schmerz aus den Pobacken.
„Nicht reiben Kleines, der Schmerz ist die Ermahnung , schon vergessen?“
Kassandra hatte diese Worte mit geschlossenen Augen aber einem Grinsen im Gesicht gesprochen. Und Gaby war so perplex das sie gar nicht anders konnte als „Tschuldigung“ zu murmeln.
„Schon gut Kleines, soll ich uns ein Frühstück machen?“
„Au ja gerne. Wieder eines deiner leckeren Omelettes?“
„Sicher doch!“ Kassandra stand auf zog sich schnell ein T-Shirt über und ging in die Küche wo sie sofort die Kaffeemaschine in Betrieb nahm. Sie musste schmunzeln. Sogar hier stand derselbe Kaffeevollautomat wie bei Gaby im Büro. Aber das war halt typisch für ihren kleinen Coffeinjunkie.
Kassandra drückte 2mal auf den Knopf und stellte 2 Kaffeepötte unter die Düsen. Erst erklang das Mahlen der Kaffeemühle, doch bald schon roch sie den köstlichen Geruch von frisch gebrühtem Kaffee.  Kaum lief der Kaffee durch die Maschine, ging Kassandra zum Kühlschrank, und holte 4 Eier heraus. Dann ging griff sie in den unteren Schrank zu den Pfannen und holte auch aus der dem Schrank neben dem Kühlschrank eine Schüssel und schlug die Eier in die Schüssel. Sie begann die Eier zu würzen, als sie aus dem Bad ein Mosern hörte.
„Hey wo bleibt mein Kaffee verdammt….“
Kassandra stand schon in der Badezimmertür und hielt Gaby den Kaffee unter die Nase.  Ihre Augen funkelten, sie wollte wissen ob es Gaby wagen würde die Grenze zu überschreiten. Daher beobachtete sie ihre Kleine ganz genau. Doch diese nahm kommentarlos den Kaffee und trank kommentarlos einen Schluck Kaffee. Dann schloss sie kurz die Augen und als sie sie wieder öffnete sagte sie zu Kassandra:
„Danke Kassy, den hab ich gebraucht.“
„Ich hab es gemerkt, Du warst kurz davor zu fluchen, Spatz.“
„Ich weiss, tut mir leid.“
„Schon gut, ich muss mich wieder um`s Omelette kümmern.“
Zufrieden ging Kassandra in die Küche zurück, Gaby hatte eindeutig gelernt und das gefiel ihr. Sie wollte Gaby nicht schaden, sie wollte das Gaby es in Zukunft einfacher im Leben hatte. Zufrieden hörte sie wie Gaby´s Dusche ansprang. Dann machte Kassandra das Omelette und deckte den Tisch damit die beiden noch zusammen eine Kleinigkeit frühstücken konnten. Und genau als Kassandra das Brot und das Omelette auf den Tisch stellte erschien Gaby frisch geduscht Hosenanzug mit weinroter Bluse. Kassandra pfiff anerkennend durch die Zähne.
„Spatz Du schaust toll aus.“
„Danke Kassy. Heute kommen um 12.00 Uhr alle Mitarbeiter zu einer Besprechung. Da muss ich gut aussehen.“
„Du siehst nicht gut aus, Du siehst umwerfend aus.“
Gaby lief rot an bei dem Lob ihrer Freundin.
„ich könnte mich glatt dran gewöhnen, Schatz!“
„Woran, an meine Komplimente?“
„Nein an dein Frühstück und morgens mit Dir auf zu wachen.“
Gaby lächelte Kassandra an als sie sich hinsetzen wollte. Doch kaum kam ihr Po mit dem Stuhl in Berührung zuckte sie zusammen.
„Sicher Liebes? Ich meine es sieht gerade aus als ob Du leiden würdest wenn ich da bin.“
„Das ist nichts zu den Schmerzen die ich erlitten habe, als ich dachte das Du mich für immer verlassen hast. Und diesen Schmerz will ich nie wieder spüren. Ich  liebe Dich, Kassandra.“
Kassandra kamen bei den Worten die Tränen. Sie war aufrichtig gerührt von der Liebeserklärung ihrer Freundin. Anstatt ein Wort zu sagen, gab sie Gaby einfach nur einen langen innigen Kuss.
Die beide aßen ihr Frühstück und schwiegen dabei weiten Teils. Sie brauchten keine Worte um die Stille zu durchbrechen, sie waren sich auch ohne Worte nahe. Viel näher konnten 2 Menschen einander nicht sein, es war einfach nur natürlich für beide nichts zu sagen und die Situation zu geniessen, gemeinsam zu schweigen, ohne sich von einander zu entfernen. Die Stille brachte sie eher zusammen als das sie sie trennen würde. Die Stille war ein Teil von ihnen, sie konnten miteinander schweigen. Nach dem Essen räumten beide noch ab und stellten das Geschirr in die Spülmaschine. Als Gaby dann auf die Uhr sah bekam sie einen Schreck.
„Oh, verfluchte Schei…..!“
„Gaby Moser, sei vorsichtig mit deinen Worten.“
„Kassandra, ich muss los, ich komme zu spät zur Arbeit.“
„Ok, aber fahr vorsichtig, ich will keine weiteren Tickets von Dir sehen.“
„Jaaaaaaaaaahaaaa!“
Gaby war gerade in Eile und mehr als genervt, in Stresssituationen vergass sie die Fürsorge ihrer Freundin und reagierte einfach nur gereizt.
„Gaby Moser, was heisst Jaaaaaaaaaaaahaaaaaaaaaaa!“
„Nicht was Du denkst, Schatz lass uns heute abend reden. Ich muss los. Ich liebe Dich.“
Gaby gibt Kassandra noch schnell einen Kuss auf die Lippen und rauscht aus der Tür.

Während dessen wachte Valerie in ihrem Bett auf und stöhnte auf. Verdammt sie hatte vergessen, das sie heute früher im Büro sein wollte sie musste das Datenbackup noch für ihren Anwalt runterladen, ansonsten wäre sie nächste Woche fällig und darauf hatte keinen Bock. Schnell ging sie ins Bad, duschte machte sich fertig und ging auf direktem zur Firma. Auf dem Weg dahin kamen ihr immer wieder Selbstzweifel und sich überlegte wie sie aus dieser verfahrenen Situation rauskommen sollte. Sie wollte ihrer Chefin nicht mehr schaden.  Sie kam als erste im Büro an und startete ihren PC, dann steckte sie den USB-Stick in den PC und begann die Datenbank auf den Stick zu laden. Ihre Hand zitterte als sie den Stick herauszog. Sie hinterging gerade ihre Chefin. Kaum hatte sie den Stick sicher in ihrer Handtasche verstaut kam ihre Chefin rein. Sie wirkte abgehetzt.
„Soll ich Ihnen einen Kaffee bringen Frau Moser?“
„Danke, sehr gerne Frau Brandt!“
Valerie ging zum Vollautomaten und schaltete den Vollautomaten ein. Dann  ging sie wieder los und brachte Gaby den Kaffee.
Gaby sah zu Valerie hoch, irgendetwas war anders. Sie konnte es aber nicht in Worte fassen. Sie sah auf Valerie und bemerkte das Zittern ihrer Hände.
„Valerie, kann ich irgendwas für Dich tun? Ist alles in Ordnung?“
Bewusst hatte Gaby das Du gewählt, sie wollte Valerie zeigen, das hier nicht ihre Chefin zu ihr sprach.
„Nein, ist schon gut. Dabei kannst Du mir nicht helfen, dabei kann mir niemand helfen, nicht mal meine Mum hätte das gekonnt.“
Gaby gab sich einen Ruck, sie schaute zu Valerie, nahm ihre Hand und ging mit ihr in die Besprechungsecke. Sie setzte sich auf die große schwarze Ledercouch und zog Valerie wie ein kleines Kind hinter sich her und führte sie neben sich auf die Couch.
Ihre Auge sahen Valerie an, Gaby spürte die Traurigkeit welche Valerie ergriff. Und sie bekam Mitleid mit dieser Frau. Sie wollte nicht das es ihr schlecht ging, irgendetwas liess sie mehr empfinden. Mehr als für eine Mitarbeiterin gut wäre, aber es war auch nicht dasselbe wie bei ihr und Kassandra, es war keine Freundschaft aber irgendetwas war es.
„Valerie, ich bin da für Dich, wenn Du es willst. Ich höre Dir zu.“
„Ich… Ich kann nicht.“
„Warum nicht?“
„Weil… weil ich ganz tief  in einem Schlamassel stecke. Verdammt tief. So tief das mich keiner da raus holen kann.“
„Willst Du denn daraus?“
„Ja, mehr als alles in der Welt. Ich will endlich ein normales Leben. Mit einer Familie, aber das wird eh nicht passieren!“
Valerie fing an zu weinen. Und sofort kamen in Gaby wieder die Gefühle hoch, sie nahm Valerie in den Arm, ohne darüber nach zu denken. Sanft streichelte sie Valerie über das Haar und versuchte sie zu trösten.
Valerie begann sich wieder zu sammeln, sie konnte entspannen, die Nähe und die Zärtlichkeiten von Frau Moser taten ihr auf seltsame Art und Weise gut. Und sie begann zu begreifen, das sie selber nun auch mal an der Reihe war ihr etwas zu geben. Aber was? Sie hatte ja nichts, doch eines hatte sie. Ihre Ehrlichkeit, ihren Beweis das sie bereit war etwas zu geben, sich ein zu bringen.
„Frau Moser, ich… ich muss  Ihnen etwas sagen.“
„Ja, was denn Valerie?“
Gaby merkte sofort das Valerie etwas belastete. Sie wollte einfach abwarten und zuhören, was ihr die junge Frau zu sagen hatte. Sie nahm Valerie´s Hand und schaute ihr in die Augen.
„Also was ist los, ich reiss Dir den Kopf nicht ab. Versprochen!“
„Nein, aber sie werden mich feuern, oder…..“
Valerie schluckte sie hatte Angst vor dem  Moment, vor dem was passieren würde. Aber sie atmete tief durch, und begann zu erzählen, von dem Gerichtsverfahren, von der Erpressung durch ihren eigenen Anwalt, und legte dann auch den USB-Stick auf den Tisch.
„Was ist da drauf?“
Gaby wurde misstrauisch, ahnte etwas aber wollte es von Valerie selber hören.  Valerie schluckte musste sie doch zugeben Gaby hintergangen zu haben.
„Es… es sind  die aktuellen Kundendaten, die Daten der Neuverträge.“
Gaby seufzte, sie wusste nicht was sie sagen sollte. Aber eine Frage hatte sie.
„Warum Valerie? Warum tust Du das?“
„Weil ich Angst habe, Frau Moser, ich habe Angst vor dem was ER mir antut, wenn ich es nicht tue.“
„Was tut er ihnen denn an?“
Gaby hatte irgendwie das Gefühl , das da noch mehr war.
„Also Valerie, was ist, Du scheinst ja noch irgendetwas auf dem Herzen zu haben. Was ist es?“
„Ich….ich… ich wollte mich bedanken.“
Valerie schluchzte, nein sie weinte, ihre Tränen liefen in Sturzbächen, es war zuviel für sie. Dennoch rang sie nach den richtigen Worten, sie wollte Frau Moser nicht enttäuschen und sie wollte sich dankbar zeigen.
„Sie geben mir das erste Mal im Leben das Gefühl  angenommmen  zu werden. Obwohl ich sie enttäuscht habe. Es ist so wie damals als ich…. Ich meine ich fühle mich beschützt. Es ist ein Gefühl wie ich es bei meiner Mutter hatte bis zu dem Zeitpunkt wo…..“
Valerie schwieg und Gaby wollte nicht weiter drängen, irgendwann würde ihr Valerie schon alles erzählen, irgendwann wäre sie soweit und würde sich ihr öffnen. Und irgendwie hatte Gaby eine Ahnung, welcher Kampf gerade in Valerie tobte. Sie hatte Angst sich an zu vertrauen.
Sie nahm Valerie´s Hand und meinte.
„Valerie, ich bin da für Dich wann immer Du mich brauchst, und hör auf mich Frau Moser zu nennen, ich bin Gaby.“
Valerie musste unter ihren Tränen lächeln und schmiegte sich einfach nur bei Gaby an.
„Du bist mir nicht mehr böse, oder?“
Gaby sagte nichts schaute Valerie nur an, und sagte nichts. Sie beobachtete einfach nur, was ihr Schützling machen würde.
„Gaby ich hatte doch keine Wahl, entweder er  oder Du. Und ich habe Angst vor seinem Rohrstock, ich habe Angst in dieses alte Büro zu gehen, ihn da in seinem….“
„weissen Anzug grinsen zu sehen und zu warten bis Du Dir selber das Grab schaufelst?“
„Ja, ich habe  Angst vor deinem Vater.“
„Daher wirst Du da auch nicht wieder hingehen, Du wirst umziehen, und ich sorge dafür das er Dich in Ruhe lässt.“
„Nein, ich stehe das durch, ich zahle die Schulden irgendwie ab.“
„Valerie, Du wirst tun was ich Dir sage, ich bin diejenige von uns die ihn am besten kennt und Du wirst tun was ich Dir sage!“
Gaby sprach die Worte sehr eindringlich und schaute Valerie dabei tief in die Augen.
„Valerie ich meine es ernst, verdammt ernst.“
„So ernst wie er, wenn er von Konsequenzen spricht?“
Valerie war nervös sie ahnte das die Form von Konsequenzen eine Art „Familienerbe“ waren. 
„Ja, Valerie genauso, und genauso regel ich Verrat und Illoyalität.“
„Gaby ich …. Ich wollte das nicht, aber ich hatte keine Wahl.“
„Ich weiss Valerie, ich weiss, daher komme ich auch zu dem Ergebnis, das Du mich NUR angelogen hast. Aber Lügen ist nicht in Ordnung, auch wenn Du Angst vor mir hast oder vor ihm, Lügen ist nicht in Ordnung.“
„Wann soll ich Dich angelogen haben?“
„Als ich dich damals nach der ersten Strafe gefragt habe wovor Du Angst hast, es war nicht die Angst vor der Entlassung, es war die Angst vor meinem Vater, hab ich recht?“
„Ja, Du hast recht.“
„Ich mag es nicht wenn Du mich belügst, und ich werde das nicht dulden, niemals.“
„Und ich werde dafür kassieren hab ich recht?“
In Valerie`s Augen war deutliche Resignation zu sehen.  Sie hatte bereits beim ersten Mal begriffen, das jedes Mal wenn sie Gaby enttäuschen würde auf diese Art zahlen würde müsste. Ihre Art Buße zu tun wäre ein schmerzhafter Hintern.
„Ja, ich werde Dich für deine Lüge bestrafen.“
„Ok, ich verstehe und nun , wie geht es weiter?“
„Du bist heute Abend Punkt 19:00 Uhr bei mir und wir beide klären das, Nimm Dir Wäsche zu wechseln mit, Du bleibst heute Nacht bei mir.“
Gaby sagte diese Worte in einer Härte, welche sie danach schon wieder bereute, es sollte nicht so hart klingen, aber sie musste sich durchsetzen.
„Kannst Du mit zu mir kommen, und wir fahren dann zu Dir?“
Sie schaute in Valerie´s Augen, sah das sie sich ihr stellen wollte und dennoch nicht alleine sein wollte. Sie konnte sehen wie sehr Valerie es Valerie weh tat Gaby enttäuscht zu haben und sie konnte spüren wie sehr Valerie ihre Nähe suchte. Es war wie bei einem kleinem Kind das wusste es hat etwas angestellt und wollte dennoch einfach nur die Nähe ihrer Mutter spüren.
„In Ordnung Valerie, wir fahren nach Feierabend zu Dir, holen deine Sache und dann fahren wir zu mir.“
Gaby stand auf und wollte versuchen etwas Alltag herbeizuholen. Aber  Valerie hielt ihre Hand und schaute sie von unten an.
„Ga… Gaby?“
„Ja, Kleines?“ , unbewusst rutschte ihr der Kosename für Valerie heraus.
„Es tut mir leid, ich habe nicht vor gehabt Dich zu enttäuschen, nicht seit unserem letzten Gespräch.“
„Ich weiss Kleines, ich weiss.“, dennoch hast Du es aber getan, dachte Gaby bei sich.
„Wir sollten aber beide noch etwas arbeiten, um 12.00 Uhr kommen die Mitarbeiter.“
„Jawohl Sir äh Mam“, Valerie versuchte heiterer zu klingen als sie es war und Gaby merkte es sofort. Sie setzte sich auf den Sessel neben der Couch und klopfte auf ihre Obeschenkel.
„Komm her, setz Dich zu mir, Kleines.“
In Valeries Ohren rauschte es als sie die Anweisung bekam, sofort erinnerte sich an die Zeit als sie ihrer Mutter alles erzählen konnte, als sie klein sein konnte auf dem Schoß ihrer Mutter, und instinktiv tat sie was Gaby verlangte. Gaby schaute ihr dann tief in die Augen und sagte mit sanfter, liebevoller Stimme die folgenden Worte.“
„Valerie, du musst vor mir nicht stramm stehen, ich bin nicht mein Vater, ich bin deine Vorgesetzte in der  Firma, aber die Grenze zwischen Beruf und privat haben wir beide heute überschritten.“
„Aber wie soll ich Dich denn anreden?“
„Wie wäre es mit Gaby?“
Valerie nickte stumm, sie würde es so tun wie Gaby es wollte.
„Und Valerie, bitte höre auf Witze und Gute Laune verbreiten zu wollen wenn es Dir nicht gut geht. Das wirkt gezwungen und es tut mir mehr weh als die Wahrheit in Dir zu sehen. Und vor allem es tut DIR nicht gut irgendwelche Masken auf zu setzen.“
Gaby gab Valerie einen Stups auf die Nase, einen leichten.
„Ja, Gaby, ich habe verstanden. Danke!“
Valerie lächelte sie an und war wirklich dankbar, Gaby wollte sie, wollte das sie sie selber war.
„Gut dann fangen wir mit der Arbeit an. Und Du gehst erst mal ins Bad, und restaurierst Dich, Kleines.“
Valerie konnte nur stumm nicken, die Fürsorge die sie spürte tat ihr gut, sie fühlte sich davon wie in einen schützenden Mantel eingepackt.

Währenddessen saß Angus Mcallister in seinem Büro und überlegte wie es weitergehen sollte, er  hatte die ganzen letzten Tage an Gaby und Kassandra gedacht. Ja er hatte immer noch Gefühle für Kassandra und ja er hatte auch welche für Gaby, seit dem ersten Tag wo er sie in der Bar gesehen hatte. Nur wie sollte er das in Einklang bringen?
Er hatte eigentlich immer gehofft die Trennung von Kassandra zu verkraften und nun musste er feststellen das die Frau die ihn reizte wegen ihres Widerstandes, die Freundin seiner Ex war. Das durfte es nicht geben. Er würde bestimmt niemals eine Affaire mit Gaby anfangen oder wieder eine Beziehung  mit Kassandra, obwohl er liebte sie immer noch. Aber Kassandra hatte Gaby und Gaby hatte Kassandra, das war ein echter Teufelskreis in dem er sich befand.
Grübelnd saß er am Schreibtisch und merkte gar nicht wie Jack Flanagan reinkam und ihn durch die Tür beobachtete. Er schreckte regelrecht hoch als der dunkelhaarige anfing zu sprechen.
„Melde bin bereit zum Dienstschluss, Doc!“
Jack Flanagan ehemaliger Lieteunant der Air Force salutierte im Türrahmen von Angus Büro und lachte laut auf als er sah wie sehr sein Freund aus Air Force- Zeiten erschrak.
Er musste den halben Nachmittag mit grübeln verbracht haben.
„Hey Jack, ich bin soweit, wir können gleich los.“
Mit diesen Worten stand Angus auf, nahm seine Jacke und ging mit seinem Freund Jack nach draussen. Die beiden wollten heute Abend im Pub „Chivas“ gehen.  Jack hatte ein Taxi geordert und freute sich auf den gemeinsamen Abend mit seinem Freund aus Air Force Zeiten. 
Als Jack und Angus kurz vor ihrer Bar waren  schauten gemeinsam  gerade über die andere Strassenseite. Angus runzelte die Stirn als er sah, das Gaby eine jüngere Frau untergehakt hatte und diese anscheinend irgendwohin begleitete. Laut dem was er aus ihrer Akte und von Kassandra wusste hatte sie weder Kinder noch viele Freundinnen.  Auch Jack war das Pärchen aufgefallen, allerdings hatte er seine Auftraggeberin nicht erkannt, er hatte nur Augen für Valerie.
„Wow, was für eine Frau.“, rutschte es ihm dann auch prompt raus.
„Ja, hey welche meinst Du überhaupt?“
In  Angus kam Eifersucht auf, nicht das sich sein bester Freund ausgerechnet in seine Flamme verlieben würde. Der Gedanke daran versetzte dem Arzt einen Stich.

Am Abend machten Gaby und Valerie pünktlich zu. Gaby hielt ihr Wort sie machte Valerie keine Vorwürfe auf der Arbeit. Und nach dem Feierabend ging sie zu Valerie.
„Wir machen Feierabend, der Tag war anstrengend genug.“
„Ja, gerne. Du.. Du hast nicht vergessen, oder?“
„Das ich Dir versprochen habe Dich zu deiner Wohnung zu fahren und bei Dir zu bleiben? Nein das habe ich nicht und das werde ich nie.“
 „Du Gaby…..“
„Ja, Valerie, was ist?“
Gaby sah Valerie mit fürsorglichen Blick an, sie hatte sofort gemerkt das Valerie Angst hatte. Sie dachte das es die Angst vor der kommenden Strafe war, aber sie wollte es genauer wissen und setzte sich daher zu Valerie, welche an ihrem Schreibtisch saß.
„Du hast Angst, hab  ich recht?“
„Nein wie kommst Du darauf, ich hab Dich nur hintergangen und belogen, ich freue mich richtig auf die kommenden Stunden.“
Der blanke Zynismus tropfte aus diesen Worten.  Gaby war kurz davor Valerie dafür eine zu scheuern. Sie mochte diese Art des uneigentlichen Sprechens überhaupt nicht.
„Vorsichtig, Madam, beim nächsten Mal bekommst Du von mir einen Snack aus Kernseife, wenn Du noch mal diese Art der Konversation mit mir führst.“
Gaby´s Blick war hart und Valerie merkte sofort, daß gerade ihr Zynismus ihr weiteren Ärger einbringen würde, wenn sie ihn nicht lernen würde zu zügeln.
„Schuldige, ich werde es lernen, versprochen.“
„Ich weiß, Kleines, ich weiß. Aber Du kannst nur lernen was falsch und richtig ist, wenn ich Dir die Unterschiede aufzeige. Ich mach Dir keinen Vorwurf.“
Gaby gab Valerie einen Kuss auf die Stirn.
„Und nun lass uns gehen.“
Behutsam nahm sie die Hand von Valerie und führte sie nach vom Schreibtisch weg. Ein schneller Griff von Valerie nach ihrer Handtasche und alles was ihr noch blieb. Sie ließ sich fallen in ein merkwürdiges Gefühl des Beschützt werdens.
Gaby rief von unterwegs noch Kassandra an, das sie heute nicht mehr vorbeikommen würde. Kassandra war traurig, dieser Abend würde also ihr alleine gehören, aber dann überlegte sie nicht lange und ging in die obere Etage und begann das die neue Wohnung weiter aus zu bauen. Sie dachte sich, wenn Gaby nicht da ist hab ich mehr Zeit für meine Überraschung .  Mit diesen positiven Gedanken ging Kassandra an die Arbeit und rührte den Mörtel für die letzten beiden Wände aus Porenbeton an. Sie wollte eine stabile Wohnung vermieten, keinen Mist aus Ständerwerk und Regipsplatten.
Gaby hingegen fuhr mit Valerie in ihre kleine Wohnung, ist war ein Einzimmerappartement. Die Kochnische hatte 2 Platten und das Bett wirkte mindestens 20 Jahre alt. Gaby´s Herz bekam einen Stich, sie merkte das immer mehr Dinge sich zusammenfügten und das diese junge Frau mehr brauchte als eine strenge Hand, das Zimmer, das Benehmen, die Unsicherheiten, die vorgespielten Frechheiten, diese Frau war so unsicher wie ein kleines Mädchen. Gaby beschloss einen anderen Weg zu gehen, sie  dachte einfach nicht darüber nach. Ihr Herz ließ ihr einfach keine Wahl. Ab heute würde Gaby für diese junge Frau, die im Herzen immer noch ein verängstigtes kleines Mädchen war sorgen. Ab heute würde sie Valerie unter ihre Fittiche nehmen. In Gaby war das Muttertier erwacht, sie würde sich um Valerie kümmern. Nun musste nur ein Weg gefunden Valerie das zu erklären, nein besser wäre Valerie würde selber diesen Wunsch haben.
In der Zwischenzeit packte Valerie ihre spärlichen Sachen in einen Rucksack und versuchte nicht darüber nach zu denken was hier gerade passierte, nicht daran zu denken was passieren würde wenn die beiden diese Wohnung verlassen würden.  Als sie fertig war ging sie auf Gaby zu und meinte mit leiser Stimme.
„Wir können los.“
„Ok, Valerie. Dann lass uns fahren.“
Mit diesem Worten legte Gaby ihre Hand um Valeries Taille und führte sie Richtung Ausgang. Wie nebenher hörte sie die geflüsterten Worte von Valerie.
„Oh  Mama, bitte lass es endlich der richtige Weg sein.“
Gaby stoppte im Flur des Hochhauses und stellte sich Valerie in den Weg, schaute ihr tief in die Augen und sprach mit leisen und unendlich sanften Worten.
„Valerie, hab keine Angst, ich bin da für Dich.“
Dann gab sie Valerie einen Kuss auf die Stirn und nahm ihre Hand. Mit leisem Druck führte sie Valerie zum Fahrstuhl und zu ihrem Firmenwagen. Valerie ließ es geschehen. Sie war durch das eben erlebte viel zu aufgewühlt. Diese sanfte Ansprache eben, auf ihren Hilferuf, sie hatte sie ganz tief in ihr erreicht auf einer Ebene, die Valerie nicht greifen konnte. Aber sie noch mehr hoffen lief, das es diesmal nicht in einem Scherbenhaufen enden würde. Sie hatte vertraut, und wurde erpresst, sie hatte versucht neu anzufangen und kam immer noch nicht aus seinen Klauen.  Einfach jedes Mal wenn sie Hilfe gebraucht hatte wurde sie verletzt. Sie hatte Angst davor verletzt zu werden, Angst davor so geliebt zu werden.

Sonntag, 29. Juni 2014

Gaby wartet im Park--- Kapitel 14 --- Neufassung



Kapitel 14

Kassandra stand in der oberen Etage und rührte den Mörtel für die neuen Innenwände an. Sie wollte endlich den neuen Grundriss in die Tat umsetzen und die Wohnungen oben einrichten, so das endlich Geld durch die Vermietung reinkam. Doch kaum das sie den Mörtel angerührt hatte klingelte ihr Telefon.
„Heinze, hier!“
„Ich bin´s  Kassandra.“
„Doc  was gibt es, ist was mit Gaby?“
„Abgesehen davon das ihr Benehmen gerade unterirdisch war und ich sie am liebsten übers Knie gelegt hätte? Nein. Mit Gaby ist nichts. Ich wollte Dich nur informieren, das ich ihr Blut abgenommen habe.“
„Wenn…. Wenn Du ….. Du informierst mich doch wenn Du etwas findest, oder?“
Unsicher stellte  Kassandra die Frage, zu sehr tat ihr Hintern immer noch weh, von seiner letzten Tracht Prügel.
„Ja, ich informiere Dich.“
Angus McAllister musste grinsen, sie hatte viel von Archangel gelernt, sehr viel. Und sie passte auf ihre Schützlinge auf.  Die beiden unterhielten sich noch eine ganze Weile, bis Kassandra´s Blick auf den Mörtel fiel.
„Du Doc ich muss Schluss machen, der Mörtel für die Zwischenwände wird hier gerade hart, und ich hab keinen Bock schon wieder 'nen Eimer wegzuschmeissen.“
„Kein Thema, ich weiß ja wie es um deine Reserven steht. Bye Kleine.“
„Bye!“
Kassandra war sauer, ging das schon wieder los, kontrollierte er sie wieder. Sie waren kein Paar mehr, wie konnte er es wagen sie wieder zu kontrollieren.  Voller Wut schmiss sie den Mörtel auf die Steine und begann ihre Mauererarbeiten. Die körperliche Arbeit tat ihr gut. Sie konnte sich auspowern. Und so merkte sie auch nicht das es immer später wurde. Erst als ihr Handy klingelte und signalisierte das in einer Dreiviertelstunde die ersten Schüler zum Training kommen würden, begriff sie das sie sich beeilen musste und ging schnell eine Etage tiefer um zu duschen und sich frisch zu machen.



Valerie ging die Straßen der Stadt entlang sie fühlte sich beschissen. Sie begann Frau Moser immer mehr zu mögen diese Frau hatte ihr eine zweite Chance gegeben. Und dennoch sie hatte dieses USB-Stick auf ihren PC gespielt. Toll nun begann es auch noch zu regnen. Konnte der Abend noch schlimmer werden? Tränen begannen ihr herunter zu laufen. Auf einmal hörte sie eine sonore männliche Stimme mit amerikanischem Akzent über sich.
„Darf ich Ihnen ein Taschentuch reichen?“
„Danke.“
Valerie versuchte zu lächeln. Und sah den Mann dem die Stimme gehörte genauer an und bekam einen Schreck, Himmel das war der Typ den sie schon mal gesehen hatte. Kurze schwarze leicht gewellte Haare, braune Augen und einen unverschämt gut gebauten Körper. Zumindest das was sie durch den Mantel und die Jeans sehen konnte.
„Ich bin Jack und  Ihr Name ist?“, bei diesen Worten reichte er Valerie das versprochene Taschentuch.
„Ich heiße Valerie.“
Valerie versuchte zu lächeln.
„Darf ich Sie zu einem Kaffee einladen, Valerie? Hier ist es doch sehr feucht!“, mit einem Lächeln deutete er auf das Kaffee welches nur ein paar Meter weiter war.
„Ähm, sagten sie einladen?“
„Ja, das sagte ich Valerie.“
„Super, denn ich habe leider meine Geldbörse zu Hause vergessen.“
Es war Valeries Standardsatz, wenn es darum ging, irgendwo etwas zu essen oder zu trinken. Ihr Peiniger nahm ihr ja jeden Cent ab, welcher über der Miete, dem Lebensmittelbedarf und dem Taschengeld von 20,- € im Monat lag. Egal wieviel sie arbeitete, egal wieviel Überstunden sie sich auszahlen ließ. Er entschied, wann sie Geld bekam um sich Kleidung zu kaufen. Oder so wie in letzter Zeit kaufte er ihr die Kleidung ein. Es war deprimierend.
Jack schaute Valerie an. Irgendwo hatte er sie schon mal gesehen, aber er kam einfach nicht drauf. Aber das war auch unwichtig, Valerie wirkte auf ihn wie ein Engel, und doch so verletzlich. Sie hatte für ihn etwas was seinen Beschützerinstinkt wach werden ließ. Als die Bedienung kam fragte Jack sie sofort, wie sie denn ihren Kaffee gerne hätte.
„Bitte mit Milch, Jack.“
Mehr brachte sie nicht hervor, und so bestellte Jack 2 Kaffee mit Milch. Die beiden begannen sich an zusehen, keiner wagte etwas zu sagen. Bis irgendwann Valerie die Stille durchbrach.
„Ich hoffe sie denken nicht das ich immer weine, wenn es draußen regnet. Es ist nur so, das Wetter passt gerade zu meiner Stimmung.“
„Wie ist denn ihre Stimmung,Valerie?“
„Niedergeschlagen.
„Warum niedergeschlagen?“
Jack spürte das irgendetwas diese junge Frau belastete und so nahm er spontan seine Hand und legte sie auf ihre. Dann schaute er ihr tief in die Augen und meinte.
„Wenn Sie einen Menschen zum zuhören brauchen, oder eine Schulter zum anlehnen. Ich biete meine dafür gerne an.“
Valerie nickte stumm, sie wusste nicht was sie sagen sollte. Der Fremde war so nett zu ihr. Er kannte sie ja überhaupt nicht. Wieso tat er so etwas denn? Und konnte sie ihm wirklich alles erzählen, alle ihre Sorgen?
„Sagen wir so, ich habe gerade einen Menschen sehr verletzt, ein Mensch der mir eine zweite Chance gegeben hat. Und es tut so weh. Ich hab das Gefühl das es mich innerlich zerreißt.“
„Und wenn Sie mit dieser Person einfach reden, sie um Verzeihung bitten?“
„Das kann ich nicht, ich hab Angst. Ich habe Angst davor, was dann passieren wird.“
„Na sie wird sie schon nicht übers Knie legen, oder mit dem Rohrstock den Hintern verstriemen.“
„Als wenn das meine Sorge wäre.“, rutschte Valerie heraus. Und im selben Moment lief sie rot an. „Wissen Sie, ich habe vor so etwas wirklich keine Angst. Nein, das ist nicht wahr, ich habe Angst vor Schmerzen, so wie jeder andere auch. Aber ich kann mit diesem Schmerz besser umgehen als mit der Gewissheit einen geliebten Menschen enttäuscht zu haben. Einen Menschen, der mir mehr bedeutet als ich ist je in Worte fassen könnte.“
Valerie begann zu weinen und schluchzen, sie konnte es nicht fassen, sie saß hier und erzählte einem Fremden ihre Gefühle und auch einen Teil ihrer Misere. Was war nur mit ihr los?
Jack winkte den Kellner herbei und bezahlte die 2 Kaffee und meinte dann zu Valerie.
„Ich bring sie jetzt nach Hause und dann reden wir noch eine Weile, was halten Sie davon?“
Dankbar schaute sie ihn aus ihren grünen Augen an und lächelte.
„Sehr gerne Jack.“



22.00 Uhr Gaby kam gerade bei sich in der Wohnung an und öffnete den Briefkasten. Verdammt, da war sie die Post vom Stadtamt. Der Blitzer man hatte sie also doch erwischt. Wütend nahm sie die Post und ging in ihre Wohnung. Dann legte sie den Brief achtlos auf die Anrichte. Zog sich den Mantel aus und öffnete den Brief.
„Waaaaaaaaaaaaas die spinnen doch 35,- € Bußgeld?????!!!!!!!!“, wütend knallte sie den Brief auf die Anrichte zurück.  Sie zog sich aus und ging unter die Dusche. Leider hörte sie unter der Dusche auch nicht, wie es an der Tür klingelte und das Kassandra sich dann selber aufschloss. Kassandra betrat die Wohnung ihrer Partnerin und wollte gerade etwas zur Begrüssung sagen, als ihr das Ticket von der Stadtverwaltung auffiel. Sie nahm das Ticket und legte es auf den Küchentisch. In Kassandra stieg Zorn auf. Wie konnte Gaby sich in Gefahr bringen. Wie konnte sie es wagen, ihr Leben bei einer viel zu schnellen Autofahrt zu gefährden. Das durfte doch nicht wahr sein.

Eine gefühlte Ewigkeit später kam Gaby aus ihrer heißen Dusche. Himmel tat das gut. Der Tag war echt bescheiden und nachher würde sie erstmal Kassandra anrufen und fragen ob sie vorbeikommt.
Im nächsten Moment bekommt sie einen Schreck als sie in ihrer Küche eine ziemlich angepisste Kassandra Heinze sieht.
„Hallo Liebling, wollte Dich gerade anrufen. Schön das Du da bist.“
Gaby wolle zu Kassandra stürmen und  sie umarmen, Gaby war einfach nur nach Nähe. Sie brauchte nach dem Tag Zuwendung und Kuscheleinheiten.
„Ja, ich finde es auch schön das ich hier bin. Und noch schöner finde ich das, das ich SO ETWAS finde!“
Bei den Worten So etwas knallt sie Gaby das Ticket auf den Tisch und ihre Augen verengen sich zu Schlitzen, ihre Wangenmuskeln beginnen zu arbeiten. Sie ist auf 180. Gaby merkt das sofort und versucht zu beschwichtigen.
„Hey, die haben echt 'nen Knall. Ich bin nie im Leben so schnell gefahren. Und sowieso 35,- € ist echt happig. Die spinnen doch!“
„So Du bist also nicht zu schnell gefahren?“
„Äh, keine Ahnung. Ich hatte es an dem Tag eilig, musste schnell bei einem Kunden etwas abgeben und danach hatte ich ein Meeting mit dem Vertriebsdirektor und Doktor McAllister.“
Gaby wird nervös, sie merkt die schlechte Laune von Kassandra, und meisstens bedeutet die nichts Gutes für sie. Und Gaby hat gerade überhaupt keinen Nerv auf Streitereien oder gar schlimmeres.
„Hey lass uns das Thema doch einfach abhaken, ok?“
„Ja WIR 2 werden das Thema abhaken. Hör mir zu, die Strassenverkehrsregeln gibt es nicht ohne Grund.“
„Ja, ja, ja. Und ich soll mich nicht in Gefahr bringen. Menno, das ganze hatten wir doch schon mal, erinnerst Du dich an unsere Alkoholdiskussion. Da sagtest Du etwas ähnliches.“
„Ach schön das die Dame sich daran erinnert. Dann wirst Du mir auch sicher sagen können warum ich Dich damals bestraft hab?“
„Weil Du nicht wolltest das ich wenn ich was getrunken habe Auto fahre!“
Gaby war sichtlich genervt und zeigte das sehr deutlich. Und Kassandra ging das unangemessene Verhalten von Gaby tierisch auf den Zeiger.
„Hör zu Gaby, wir können das gleich auf die harte Tour erledigen, oder Du beantwortest mir erst mal meine Fragen, damit ich überhaupt weiß wie ich mit Dir umgehen kann.“
Genervt rollte Gaby mit den Augen. Man so hatte sie sich den Abend nicht vorgestellt.
„Genau, denn ich möchte nicht das Du Dich in Gefahr begibst. Und meinst Du wie ungefährlich ist der Strassenverkehr?“
„Ungefährlicher als diese Unterhaltung mit Dir auf alle Fälle!“, Gaby war auf Zickenmodus sie war angenervt, wollte abschalten und Kassandra´s Nähe spüren, aber eher sah es so aus, das sie heute Abend etwas anderes spüren würde. Und das passte ihr gar nicht. Doch ehe sie noch darüber nachdenken konnte hatte sie schon eine schallende Ohrfeige von Kassandra eingefangen.
„Gaby die einzige Gefahr der Du bei mir ausgesetzt bist, ist eine Tracht Prügel wenn Du nicht auf Dich achtest, zu schnelles Fahren im Strassenverkehr zieht in der Regel schwere Unfälle nach sich. Mensch Du arbeitest in einer Versicherung, Du müsstest die Unfallstatistiken besser kennen als ich.“
Gaby schluckte, ja sie kannte die Unfallstatistiken. Und ja verdammt noch mal Kassandra hatte recht, es war gefährlich aber mitunter ging es in ihrem Job nicht anders. Mitunter musste sie ein Risiko eingehen. Und das musste sie Kassandra klar machen.
„Hör zu. Du hast Recht, zu schnelles Fahren ist gefährlich, und ich weiß das Du Dich um mich sorgst. Aber ab und an geht es nicht anders. Da muss ich Risiken eingehen. Vertrau mir, mir wird nichts passieren.“
„Kassandra schaut zu Gaby, sah ihr tief in die Augen. Gaby hatte wirklich verstanden, das war zu sehen. Und so raffte sich Kassandra auf und lächelte Gaby an.
„Ok ich sehe das Du mich verstehst. Und ich möchte Dich bitten weiterhin keine Risiken ein zugehen, denn ich will Dich nicht verlieren.“
„Mann, ab und an geht es nicht anders.“
„Doch fahr rechtzeitig los.“
„Menno Du verstehst es nicht. Ich steh immer unter Zeitdruck auf der Arbeit.“
„Nein Du verstehst nicht, ich toleriere es nicht das Du Dich selber in Gefahr bringst. Und wenn Du das weiterhin machst, wirst Du jeden Euro dieser verdammten Tickets bezahlen, FRÄULEIN!“
„Das tue ich doch sowieso, oder meinst DU ich setze meinen Führerschein aufs Spiel!“
Erst in dem Moment wo sie die Worte gesprochen hatte begriff siewas Kassandra meinte und schluckte.
„Nein das kannst Du nicht machen. Das …. NEIN Kassandra, NEIN!“, schrie sie nur noch, doch im nächsten Moment hatte sie Kassandra schon über ihre Kniee gezogen, sie selber fand die Küchenstühle zwar sehr unbequem aber das war nun unwichtig. Kassandra drappierte Gaby über ihre Kniee, legte den Bademantel nach oben, so das Gaby´s nackter Hintern frei vor ihr lag. Hart ließ sie ihre Hand auf Gaby´s Pobacke klatschen.
„Aua, das kannst Du nicht machen, ich lass mir nicht sagen wie ich zu arbeiten habe!“
Schon wieder klatschte Kassandra´s Hand auf die andere Pobacke, und diesmal ließ sie Gaby  keine Zeit. Immer wieder links, rechts, oben und unterhalb klatschte Kassandra´s Hand auf Gaby´s Hintern.
Gaby war wütend, sie war stinksauer. Aber wenn Kassandra meinte, es so regeln zu müssen, Gaby würde stillhalten, kein Wort sagen oder gar Tränen vergiessen. Diesmal nicht. Nein Kassandra diesmal schaffst Du es nicht mir ein schlechtes Gewissen einzureden, dachte sie bei sich. In dem Moment hörte sie wie Kassandra in der Schublade mit den Kochutensilien kramte. Oh, nein , sie würde doch nicht etwa? Und doch sie tat. Kassandra griff sich einen Holzkochlöffel und begann damit schön gleichmässig Gaby´s schon dunkelrot angelaufenen Hintern zu bearbeiten. Gaby begann zu zischen, der Schmerz war hart. Und Kassandra schlug unbarmherzig weiter zu. Diesmal würde Gaby lernen das sie sich nicht in Gefahr zu bringen hatte, egal welcher Art diese Gefahr war. Und so klatschte der Kochlöffel alle Regionen von Gaby´s Hintern durch, bis Gaby zu weinen begann und schluchzte.
„Ok, ich hab es verstanden! Du willst nicht mir etwas passiert.“
Die Tränen tropften auf den Fussboden und Gaby ließ den Kopf beschämt hängen. Wieder mal hatte sie verloren. Wieder mal musste sie sich Kassandra geschlagen geben. Doch diese hob einfach nur ihr Bein an und kam nun mit dem Kochlöffel an die Regionen die Gaby zum sitzen brauchte. Verdammt das tat weh.  Gaby schrie auf, Gaby heulte.
„Bitteeeeeeeeee. Lass das  aufhööööööööören. Das tut sooooooooooo wehhhhhhhhh.“
Gaby kapitulierte sie konnte nicht mehr.
„Veeeeeeeeersprochen, ich gehorche. Aber bitte hör auf.“
In dem Moment legte Kassandra den Kochlöffel beiseite und zog Gaby hoch. Dann gingen sie beide zur  Couch von Gaby rüber und Kassandra zog Gaby zu sich auf den Schoss, hielt sie im Arm und streichelte ihr über den Kopf.
„Es tut mir so leid.“
„Alles Vergeben und verziehen!“
Gaby kuschelte sich bei Kassandra ein. Sie hatte begriffen, das wenn Kassandra zu solchen Mitteln griff, es ihre extrem wichtig war, das sich Gaby daran hielt, was Kassandra ihr sagte. Und sie hatte begriffen, das Kassandra nur deswegen zu solchen Methoden griff, weil man anders an sie nicht heran kam. Gaby´s Dickkopf war einfach zu mächtig um durch andere Methoden erreicht werden zu können. Und sieh hatte begriffen das Kassandra aus Liebe zu ihr so handelte.  Irgendwie gab ihr dieses Gefühl, beschützt zu werden, umsorgt zu werden ein sicheres Gefühl einen Hafen. Eine Form der Sicherheit in deren Wissen sie in Kassandra´s Armen einschlafen konnte.

Dienstag, 24. Juni 2014

Gaby wartet im Park --- Kapitel 13 --- Neufassung



Kapitel 13

Angus Mcallister saß am Schreibtisch seines Büros und wählte die Nr. der Bezirksdirektion. Er wollte mit Gaby reden. Vielleicht gab es ja einen Weg das sie beide miteinander reden konnten ohne das sie sich dauernd angifteten. Er wollte es auf alle Fälle versuchen.

„Dr. McAllister hier. Guten MorgenFrau Brand. Ist Frau Moser zu sprechen?“
„Selbstverständlich Doktor McAllister. Einen Moment bitte ich verbinde.“, Valerie durchfuhr es bei der sonoren Stimme des Doktors, seit ihrer Untersuchung beim Betriebsarzt der Zenturion Versicherung hatte sie seine Dominanz gefangen. Und so verband sie nun auch selbstverständlich den Doktor mit ihrer Chefin.
„Frau Moser, Doktor McAllister möchte sie sprechen, ich soll direkt verbinden. Ich hoffe das ist in Ordnung?“
Valerie war immer noch unsicher wie sie mit ihrer Chefin umgehen sollte. Für sie war ihre Chefin die Person welche ihr den Halt gab und dennoch sie musste einfach tun was dieser Mann ihr sagte.
„Kein Problem Valerie. Stellen sie ihn einfach durch.“
Valerie stellte den Anruf an Frau Moser weiter.
„Hallo Doktor, was kann ich für Sie tun? Ich habe leider nicht sehr viel Zeit.“, Gaby ging direkt in den Angriff über. Sie versuchte gar nicht erst ihm eine Chance für einen Zug zu lassen.
„Aber die Zeit um einen Gesprächstermin zu vereinbaren haben Sie schon, oder?“, Angus war amüsiert. Er hatte ihre Strategie sofort durchschaut.
„Frau Moser, bitte nicht so forsch. Ich wollte doch nur fragen, ob Sie die Zeit hätten heute Mittag mit mir zu essen. Ich lade Sie ein. Was halten Sie davon wenn wir uns um 12:00 Uhr im  „Venezian“ ?“
Angus hoffte sie, mit dem etwas gehobeneren Restaurant ruhig zu stimmen. Er hoffte das die Etikette ihr etwas mehr Ruhe bringen würde.
„Muss das sein, ich meine nicht das Essen, aber geht ist nicht einfacher?“
„Schlagen Sie was vor, Frau Moser!“, er schoss einfach den Ball zu Gaby rüber, sollte sie doch einen Weg finden. Er würde schon reagieren.
„Der Friesenhof, gutes deutsches Essen, bürgerliche Küche und Jever!“
„Frau Moser, ich erinner sie daran das es ein Arbeitsessen ist. Alkohol ist da wohl fehl am Platze!“
„Verzeihung, aber ein gutes Essen ohne Bier ist irgendwie nur halb so gut.“
„Das Bier können Sie dann ja ein anderes Mal trinken. Wir sehen uns um 12.00 Uhr im „Friesenhof!“
Mist, dachte sich Gaby, nun hat er doch wieder zugeschlagen. Aber na warte ich werde die Kontrolle behalten. Wenigstens ist der Friesenhof MEIN Restaurant und ich kenne Mina schon seit Jahren. Die Küche ist gut und das Restaurant ist erst vor ein paar Monaten renoviert worden, so dass  die gute bürgerliche Küche nun auch in einem guten bürgerlichem Wohnzimmer ihren Platz hatte.

Zu Mittag verliessen 2 Frauen die Bezirksdirektion, Gaby Moser und Valerie Brand.
„Viel Glück Chefin.“, sagte Valerie mit warmen, ehrlich gemeinten Worten zu Gaby.
„Danke Valerie, das wird schon werden.“
Valerie hatte natürlich von ihrer Chefin erfahren, dass ein Arbeitsgespräch anstand und sie wusste auch das ihre Chefin den Betriebsarzt nicht mochte. Aber es war nicht zu ändern. Und so versuchte Valerie ihre Chefin aufzumuntern.
„Danke Valerie!“,das zweite Danke wurde von Gaby mit einem Lächeln begleitet. Sie merkte die gute Absicht, welche Valerie hatte. Anscheinend hatten die Standpauke und die Tracht Prügel, doch Wunder bewirkt.

Kassandra saß in einer der leeren Wohnungen oberhalb des Dojo´s. Sie hatte Fliesenkleber angerührt und begann die Porenbetonsteine für die eine Trennwand auszupacken. Sie wollte das ihre neuen Mieter hier schnell einziehen konnten, denn das Geld konnte sie gut gebrauchen. Jetzt wo Gaby und sie wieder ein Paar waren.

Während dessen saß Gaby mit Angus McAllister im Restaurant und fühlte sich sichtlich unwohl.Dr. McAllister war eindeutig zu gut gelaunt. Als ob er irgendwas planen würde.
„Geht es Ihnen gut Frau Moser?“
„Ja, Danke, bestens. Ich bin nur überrascht die Renovierung ist echt gelungen.“
„Ja, ich muss zugeben das Lokal ist sehr  schön. Haben Sie sich schon entschieden was Sie essen wollen?“
„Ja, das was ich hier immer bestelle, Bratkartoffeln mit Schnitzel und Salat.“
„Hört sich nach Hausmannskost an?“, Angus war überrascht, Gaby schien wirklich eine bodenständige Person zu sein. Das passte gar nicht zu dem wie er sie in der Bar kennengelernt hatte. Es passte eher zu dem was Kassandra ihm über Gaby erzählt hatte.
„Ich glaube ich folge ihrer Empfehlung.“
Gaby musste lächeln, er schien doch ganz nett zu sein. Aber warum denn vorher dieses Theater? Sie schaute zu Mina rüber und winkte sie kurz an den Tisch. Die korpulente 50jährige mit grauschwarzen Haaren kam zu Gaby rüber und lachte.
„Hallo Gaby, lange nicht mehr gesehen, wie geht es Dir?“
„Danke gut. Bringst Du uns zwei Mal deinen berühmten Schnitzelteller mit Bratkartoffeln?“
„Klar und dazu wie immer ?“
„Ja, gerne.“
Angus runzelte die Stirn, Gaby sah seinen Blick und schaute ihn an. Seine Augen verrieten wie angepisst er war. Er war stinksauer, sagte aber kein Wort.
„Äh Mina, bring mir doch lieber eine Cola.“
„Ok, und was möchten Sie?“
Mina lächelte Angus an und schaute ihm direkt in die Augen. Angus schwenkte sofort um. Sofort waren seine Augen wieder sanft.
„ich hätte gerne einen Krug Wasser zum Essen, danke.“
„Ok die Getränke kommen gleich. Das Essen kann einen Augenblick dauern.“
„Kein Thema wir haben hier eh noch einiges zu besprechen. Oder?“
Beim  ODER schaute sie Angus direkt in die Augen. Sie versuchte zu verstehen was in dem Mann vor sich ging. Wieso konnte er von einer Minute zur anderen zu Furie werden. Wieso war erst so sanft und dann so biestig?
„Ja, das haben wir Frau Moser. Zum Beispiel warum haben Sie mich immer versetzt?“
„Das sagte ich Ihnen doch, ich habe keine Lust gehabt auf diese nervigen Untersuchungen.“



Valerie tobte wie eine Furie durch das Büro. Sie war auf 180. Wieso konnte das nur passieren, sie hatte sich doch gerade mit Gaby versöhnt. Sie wollte keinen erneuten Stress mit Frau Moser. Sie wusste nicht was sie tun sollte. Auf der einen Seite hatte sie keine Wahl auf der anderen Seite musste sie dem Mann im weissen Anzug gehorchen um nicht eingesperrt zu werden. Also nahm sie sich erst mal einen Kaffee trank einen großen Schluck. Kaffee schwarz mit ein klein wenig Milch, damit Grossmutter nicht weint hatte ihre Mutter immer gesagt. Ihre Mutter, viel zu früh hatte sie sie alleine gelassen, viel zu früh war sie verstorben. Sie schaute auf den USB-Stick in ihrer Hand, dachte an die Drohung des Mannes und steckte den Stick mit dem Worten:
„Es tut mir leid, Mama.“, in den Slot.


Währenddessen saß Gaby mit Angus im Restaurant und beide aßen Bratkartoffeln mit Schnitzel.
„Sie hatten Recht Frau Moser, die Bratkartoffeln sind fantastisch. Ich glaube ich komme hier öfter her.“
„Warum fragen Sie nicht ihre Freundin, vielleicht kann die Ihnen die Bratkartoffeln zubereiten, so wie Mina?“
„Hm, prinzipiell eine gute Sache. Nur das ich keine Freundin habe.“
Bei diesen Worten sah er Gaby tief in die Augen und lächelte sie an. Gaby dachte sie trifft der Schlag, der Mann der ihr die Existenz nehmen konnte, fing an mit ihr zu flirten. Aber das Spiel konnte man zu zweit spielen. Gaby lächelte, schaute ihm tief in seine blauen Augen und meinte dann.
„Komisch, kann ich gar nicht verstehen, Sie sind ein schöner Mann, verdienen gut, haben einen Job mit Macht. All das was Frauen anzieht, na gut etwas zuviel vorgetragene Dominanz, aber ansonsten sind Sie doch eine echt gute Partie.“
Gaby´s Augen blitzten spitzbübisch auf und auch Grinsen zeigten deutlich das Sie Dr. McAllister einfach nur ein wenig necken wollte.
Angus McAllister musste lauthals loslachen.
"Der war echt gut, Frau Moser,"
Gaby musste grinsen, ihr gefiel sein Lachen. Irgendwie schien dieser Mann, doch sehr interessant zu sein. Er wirkte zumindest nicht mehr so schrecklich auf sie. Vielleicht könnte sie ja wirklich mit ihm warm werden. Immerhin zeigte er sich ja mal von seiner menschlichen Seite.
„Wissen Sie Dr. McAllister, eigentlich bin ich ein vorbildlicher Mensch, ich gehe regelmässig zu Hausarzt, zum Frauenarzt und auch zum Zahnarzt. Daher verstehe ich das alles hier nicht wirklich. Muss denn eine weitere Untersuchung wirklich sein?“
„Frau Moser, ja die muss sein und ich darf ihnen versichern, es macht mir großen Spaß diese Untersuchung durchzuführen.“
In Gaby´s Augen war ein Funkeln. Sie war sauer, anscheinend hatte der gute Doc nicht vor sich von der weichen sanften Gaby einwickeln zu lassen. Aber dennoch sie gab nicht auf.
„Wissen Sie, ich bin doch gar net gegen diese Untersuchung, allerdings ist der Zeitpunkt megadoof. Ich steh gerade dermassen unter Dampf…..“
„Und genau deswegen möchten ich diese Untersuchung JETZT durchführen.“
Angus betonte das JETZT sehr auffällig, so auffällig das Gaby stutzte. Was meinte er mit dem JETZT. Er konnte sie doch nicht hier und jetzt sofort untersuchen? Sie konnte sich ja unmöglich hier in aller Öffentlichkeit ausziehen. Schlimm genug das sie ihm ihren verfärbten Hintern erklären musste. Aber vor allen Leuten? Das konnte er nicht Ernst meinen.
„Wie … wie meinen Sie das?“
„Frau Moser, die Stressuntersuchung die ich bei Ihnen durchführe ist  bereits im Gange.“
Angus konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. Es tat gut bei dieser Frau mal die Oberhand zu haben. Das Zusammensein mit ihr war ein ewiger Kampf.
„Gaby saß mit offenen Mund am Tisch und war vollkommen platt.
„Aaaaber, aaaber bei den anderen wurden doch andere Untersuchungen durchgeführt.“
„Frau Moser, wie viele Bezirksdirektionen hat die Zenturion hier ?“
„Was hat das damit zu tun?“, Gaby war verwirrt. Und sie wurde sauer. Sie mochte es nicht wenn man undurchsichtige Spielchen mit ihr spielte.
„Frau Moser, in ihrem Falle geht ist um einen Stresstest. Sind Sie der Belastung durch die hohen Stornozahlen gwachsen. Oder schaden sie sich und ihrer Gesundheit, wenn wir sie diese Aufgabe durchführen lassen. Für diesen Stresstest habe ich mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist das persönliche Gespräch und diese eine habe ich heute für mich genutzt.“
Angus McAllister lehnte sich zufrieden in seinem Stuhl zurück. Dabei fixierte er Gaby genau. Sie konnte  seine Blicke förmlich auf sich spüren und sie gab sich Mühe nicht auszurasten.
„Warum tun Sie das?“
„Warum tue ich was?“
„Warum diese „Sonderbehandlung?“ Gaby war mittlerweile echt der Meinung das Angus McAllister sie nicht mochte. Warum sonst würde er sie so auflaufen lassen?
„Hören Sie Frau Moser, dieses ist bei weitem keine SONDERBEHANDLUNG. Sondern eine der Situation angemessene Untersuchung im Rahmen meiner Vorgaben, von Seiten des Vorstandes. Wenn sie sich ungleich behandelt fühlen steht es Ihnen jedoch frei sich gemäss dem Gleichstellungsgesetz bei dem Gleichstellungsbeauftragten zu beschweren.“
„Bloss nicht, sei bloss endlich ruhig!“, endlich meldete sich Gaby´s Verstand zu Wort und sie hielt die Klappe.
„Frau Moser, parellel dazu möchte ich sie morgen früh nüchtern in der Vertriebsdirektion treffen, zur Blutabnahme.“
„Ich gehe davon aus sie meinen „auf leeren Magen“?“
„Selbstverständlich. Das Thema Alkohol dürfte ja geklärt sein.“
„Oh, ja das ist es. Mehr als Du ahnst“, dachte Gaby bei sich selbst.

Während dessen spielte Valerie schweren Herzens den Stick auf das System. Sie zitterte am ganzen Körper. Valerie wuste genau das es falsch war, was sie tat. Aber sie hatte keine andere Wahl. Als der Installationsprozess beendet war, versteckte sie den Stick schnell in ihrer Handtasche und rannte auf Toilette. Ihr war einfach nur schlecht, sie musste sich übergeben.  Mit zittrigen Händen begab sie sich dann wieder an ihre Arbeit. Wo blieb ihre Chefin nur? So lange dauerte doch normalerweise kein Mittagessen, erst recht nicht mit diesem Arzt. Frau Moser mochte Dr. McAllister nicht, das wusste Valierie nur zu gut.

Im Restaurant sah Gaby immer noch verwirrt zu Angus herüber. Sie konnte ist nicht verstehen. Sie wollte ist verstehen, wollte fragen. Aber irgendwie brachte sie keinen Ton heraus. Sie war einfach nur sprachlos.

Anderswo in einem Lieferwagen saß ein junger dunkelhaariger Mann und grinste. Bald wäre es also so weit. Bald würde er wissen wer hier singt.

Am nächsten Tag ging Gaby stand Gaby auf und wollte sich gerade einen Kaffee machen. Da fielen ihr die Worte von Dr. McAllister ein. Also ging sie ins Bad, nahm, eine heiße Dusche schminkte sich, zog sich an und fuhr in sein Büro in die Vertriebsdirektion.  Ohne zu Zögern stürmte sie in sein Büro.
„Ok, Doc hier bin ich und nun nimm Dir dein Blut, du Vampir.“ Zu mehr kam sie nicht, denn in dem Moment wo sie reinstürmte sah sie den guten Doktor McAllister am Telefon sitzen. Seine blauen Augen funkelten nur noch, sein Gesicht verhärtete sich und er deutete Gaby mit der Hand vor die Tür. Die Geste war keine Bitte, nein es war ein wortloser, stummer Befehl, nur durch eine eindeutige Geste untersützt. Aus Reflex wich Gaby zurück, verließ das Büro und wartete stumm vor der Tür.
„Oh man, das hast Du echt vergeigt Gaby“, dachte Gaby bei sich selber. Dann ging auch schon die Tür auf und Angus McAllister stand vor ihr. Er schaute sie wutentbrannt an. So etwas unhöfliches, so etwas freches hatte er noch nie erlebt. Da stürmte diese impertinente Person einfach in SEIN Büro als wenn nichts wäre. Und das ausgerechnet in ein Telefonat, welches vertraulich war.
„Reinkommen, sofort!“
Gaby folgte dem Mann, sie war unsicher. Dieser Blick, diese Geste, ja er machte ihr gerade Angst.
„Doktor, darf ich etwas sagen?“
„Ja!“, mehr als diese kurze Ansage brachte er nicht hervor. Er war zu wütend, und zeitgleich auch zu gespannt was sie zu sagen hatte um ihr Verhalten zu entschuldigen .
„Sorry, ich war zu voreilig, ich wollte nicht hier so in ihr Büro stürmen. Es regt mich nur auf. Ich hab bisher immer die Kontrolle gehabt und nun scheint mir alles zu entgleiten.“
„Frau Moser setzen Sie sich doch erst mal und dann reden wir in Ruhe.“
„Danke  Doktor.“
„Möchten Sie ein Glas Wasser?“
„Müssen Sie mir nicht erst mal Blut abnehmen?“
Gaby zwinkerte dem Mann zu, er war in Begriff etwas zu vergessen, und sie war im Begriff wieder Oberwasser zu bekommen. Ein Gefühl das sie ernsthaft genoss.
„Nein Frau Moser, ich habe die Blutabnahme nicht vergessen, ich wollte nur das sie sich vorher beruhigen bevor ich Ihnen das Blut abnehme, nicht das ihr Kreislauf zusammenbricht. „
Bei diesen Worten steht er auf und öffnet die Schublade seines Schreibtisches. Aus dieser holt er eine Spritze und 2 kleine Ampullen hervor.
„Krempeln sie bitte ihren Ärmel hoch und machen Sie eine Faust.“, diese Worte kamen schon aus Routine aus seinem Mund, während er die Blutgefässe abband und dabei Frau Moser ins Gesicht schaute. Er konnte ihre Nervosität sehen. Und er merkte das sie nicht in der Lage war, offen mit ihm zu reden. Er hatte Zeit, er würde sie nicht drängen ihm die Wahrheit zu erzählen. Und vor allem er war nur der Betriebsarzt und der EX von ihrer Freundin. Somit ging es ihn gar nichts an. Wenn Sie mit ihm reden wollen würde, würde sie es schon tun. Vorsichtig stach er die Nadel in ihren Arm, Gaby zuckte nicht einmal, sie wusste, dass es unangenehm werden würde und hatte sich auf diesen Pieks den sie so sehr hasste vorbereitet. Sie sah nicht mal hin als Dr. McAllister die Nadel aus der Haut zog, die Wunde desinfizierte und ihr ein Pflaster auf den Einstich klebte.
„So das war doch gar nicht so schlimm, Frau Moser, oder?“
Angus McAllister saß ihr auf seinem Schreibtisch gegenüber und schaute ihr tief in die Augen.
„Nein, da war in letzter Zeit so einiges Schlimmer in meinem Leben.“
Mühsam versuchte Gaby sich ein Lächeln abzuringen. Aber dieses misslang ihr gründlich.
„Frau Moser, wenn Sie jemanden zum Reden brauchen, ich versichere das kein Wort dieses Büro verlassen wird. Ich habe als Arzt eine Schweigepflicht.“
„Danke Doc. Aber im Moment muss ich mich erst mal selber sortieren.“
Wie sollte sie ihm auch erklären, das sie Angst hatte ihre Bezirksdirektion zu verlieren, das glücklich war endlich mit Kassandra wieder zusammen zu sein und das sie sich dennoch nichts mehr wünschte wie eine eigene Familie. Das ihr genau das immer gefehlt hatte. Eine Familie, für die sie da sein konnte, die sie umsorgen konnte. Sie war eine Knallharte Geschäftsfrau, wie sollte ausgerechnet er das verstehen, noch dazu als Mann? Nein sie musste  das alles mit sich selber ausmachen, irgendwie.
„Ok Frau Moser, tun sie mir aber bitte einen Gefallen?“
„Welchen?“
Mittlerweile nervte sie diese viel zu nette Art, vom Doc. Sie wollte nur noch ins Büro zurück-.
„Fahren Sie bitte vorsichtig. Ich sehe ja das sie nervlich angespannt sind und ich will nicht das Sie unterwegs einen Unfall haben oder ein Ticket bekommen.“
„DAS GEHT SIE GAR NICHTS AN DOKTOR. AUF WIEDERSEHEN!“
Mit einer Riesenportion Wut verlässt Gaby das Büro das Betriebsarztes und geht zu ihrem Auto.